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Die drei bekanntesten Spargelanbaugebiete Deutschlands

Angerichtet mit Kartoffeln, Schinken, Sauce Hollandaise und einem guten Weißwein – ob nun der Klassiker oder andere Rezeptvarianten, die Deutschen lieben ihren Spargel. Dies zeigt auch der angesichts der kurzen Spargelsaison von April bis Ende Juni doch relativ große Verzehr des weißen Edelgemüses. Denn statistisch gesehen verzehrt jeder Deutsche pro Jahr im Schnitt anderthalb Kilo der weißen Stangen. Kein Wunder also, dass der Spargel mittlerweile das Gemüse mit der größten Anbaufläche in ganz Deutschland ist. Doch wo genau befinden sich eigentlich die 24.00 ha Anbaufläche des begehrten Spargels?

SpargelGebunden an leichte, steinfreie und leicht zu erwärmende Böden, bieten vor allem die lössreichen Altmoränenlandschaften des Norddeutschen Tieflandes, am Niederrhein und im Oberrheingraben ausgezeichnete Anbaubedingungen. Einige Herkunftsgebiete haben es zu einem landesweiten Bekanntheitsgrad geschafft. Zu den drei bekanntesten zählen die Anbaugebiete rund um Beelitz, Nienburg (Weser) und Schwetzingen.

Spargel aus Beelitz

Vielleicht am bekanntesten in ganz Deutschland ist der Beelitzer Spargel. Der Spargelanbau hat in der gut 50 km südwestlich von Berlin entfernten, brandenburgischen Stadt und seiner Umgebung, der Beelitzer Heide, eine über 150 Jahre weit zurückreichende Tradition. Seit Karl Friedrich Wilhelm Hermann 1861 mit dem ersten Spargelfeld der Stadt die Beelitzer Anbautradition begründete, werden jedes Frühjahr die charakteristischen Spargeldämme angelegt. Auch die Anbaufläche vergrößert sich stetig, mittlerweile stammen drei Viertel der gesamten Spargelernte Brandenburgs von den Beelitzer Feldern. Kein Wunder, das die weißen Stangen über all die Jahre zum Markenzeichen der Stadt geworden sind und Beelitz letztlich sogar über die brandenburgischen Grenzen hinaus bundesweit als „Spargelstadt“ bekannt gemacht haben. Der Spargel selbst zeichnet sich durch seine ausgesprochen hohe Qualität, seine besondere Natürlichkeit und auffallende Frische aus. Dies erklärt den großen deutschlandweiten Erfolg des Beelitzer Stangengemüses, das längst zum Botschafter der Region ernannt worden ist und alljährlich Zehntausende Besucher auf das traditionelle Spargelfest in Beelitz lockt.

Spargel aus Nienburg (Weser)

Der „Nienburger Spargel“ wird zwar erst seit 1996 offiziell unter dem gleichnamigen Gütesiegel vermarktet, doch die Anbautradition auf den Feldern rund um die nordwestlich von Hannover gelegene Stadt reicht fast genauso weit zurück wie die des Beelitzer Spargels. Denn schon ungefähr um 1900 herum wurden die ersten weißen Stangen des edlen Gemüses aus den leichten Geestböden entlang der Weser gezogen. Diese Böden sind es auch die dem „Nienburger Spargel“ seinen ausgezeichneten Geschmack und sein zartes Aroma verleihen. Gemeinsam mit der hervorragenden Qualität der Spargelstangen, die durch einen streng kontrollierten Anbau und der genauen Einhaltung der EU-Qualitätsverordnungen gesichert und aufrechterhalten wird, verleiht der erlesene Geschmack dem „Nienburger Spargel“ einen ausgenommen guten Ruf in ganz Deutschland. Zum bundesweiten Bekanntheitsgrad des regionalen Stangengemüses tragen auch in hohem Maße die seit 1993 alljährlich stattfindende Wahl der Nienburger Spargelkönigin, das Nienburger Spargelwochenende sowie das Nienburger Spargelmuseum, welches Besucher vom Anbau über die Ernte bis zur letztlichen Verarbeitung über alles Wissenswerte zum Spargel informiert.

Spargel aus Schwetzingen

So klein die Stadt Schwetzingen im nordwestlichen Zipfel Baden-Württembergs auch sein mag, die Tradition des Spargelanbaus ist umso größer und sogar adligen Ursprungs. Vor fast 350 Jahren ließ der damalige Pfälzer Kurfürst Karl Ludwig die weißen Spargelstangen im Gemüsegarten seines Schwetzinger Jagdschlosses anbauen. Sein Nachfolger Carl Theodor begann Mitte des 18. Jahrhunderts mit der Spargelkultivierung, doch als er 1878 Schwetzingen in Richtung München verließ, nahm auch der Spargelanbau sein jähes Ende. Erst 1820 ließ der damalige Schwetzinger Schlossgartendirektor, Johann Michael Zeyher, den Spargelanbau wieder aufleben und seitdem besteht dieser auch bis heute erfolgreich fort. Der weltweite Erfolg in der jüngeren Vergangenheit ist vor allem mit den Namen Bassermann, Unselt und Böhne in Verbindung zu bringen. Bassermann erfand den Spargel in Konserven und ermöglichte so den lang ersehnten ganzjährigen Spargelgenuss, der Schwetzinger Schlossgärtner Unselt und sein Nachfolger Böhne züchteten ab 1899 die bekannten Spargelsorten „Lucullus“ und „Schwetzinger Meisterschuss“, die der Stadt zwischen Mannheim und Heidelberg die ehrenvollen Beinamen „Hauptstadt des Spargels“ und „Spargelmetropole“ einbrachten. Typisch und auffallend für beiden Sorten und generell für den Schwetzinger Spargel sind die dicken und geraden Stangen, deren geschlossenen Köpfe sowie die ausgesprochene Robustheit der Pflanzen. Der „Schwetzinger Meisterschuss“ ist zudem aufgrund seines sehr intensiven Geschmacks bundesweit äußerst beliebt.

Schon die Auflistung dieser drei bekanntesten Herkunftsgebiete für Spargel lässt die lange Tradition des Spargelanbaus und die große Beliebtheit, die sich die edlen, weißen Stangen in der deutschen Küche erfreuen, erkennen. Außerdem ist Spargel nicht gleich Spargel, denn je nach Region besitzen die Stangen gewisse Unterschiede in Geschmack und Aussehen. Mit diesem neuen Wissen und einigen interessanten Erkenntnissen aus der Welt des weißen Stangengemüses wird der nächste Spargeleinkauf garantiert zu einem Erlebnis. Probieren Sie doch einfach mal verschiedene Sorten aus und küren Sie schließlich ihren ganz eigenen Favoriten unter den zahlreichen Spargelsorten.

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Der Author ist seit 1998 aktiver Internet-User und seit 2000 Inhaber der SANOBA Internet Agentur. Auf diesem Portal werden immer 3 Sichtweisen auf ein Thema dargestellt und auch sie können Teil davon werden.

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