Gartenpool – 3 Aufstellpool Arten im Vergleich

Was bis vor nicht allzu langer Zeit noch als Luxus galt, ist heute fast schon alltäglich für viele Gartenbesitzer geworden – ein eigener Pool. Nur ein paar Schritte bis zum kleinen Urlaubsgefühl und die jederzeit mögliche Erfrischung ohne Anreise und/oder Eintritt machen einen Gartenpool immer beliebter.

Den richtigen Gartenpool finden

Doch bevor man sich zu einer solchen Investition (denn das ist ein Schwimmbad im Garten sowohl in finanzieller als auch in zeitlicher Hinsicht) entscheidet, sollte man sich offen und ehrlich ein paar Fragen beantworten:

Habe ich überhaupt genug Platz in meinem Garten?

Ein Reihenhausgarten ist nicht unbedingt geeignet für einen Pool von 8 x 4 Metern. Selbst ein rundes oder ovales Aufstellbecken kann hier ganz schnell erdrückend wirken. Hinzu kommt, dass möglicherweise der Abstand zum Nachbargrundstück beachtet werden muss oder ab einer gewissen Schwimmbadgröße sogar eine Baugenehmigung erforderlich ist. Auf jeden Fall sollte man sich vorher bei den zuständigen Behörden genau erkundigen, um Ärger zu vermeiden. Bei Kleingärten ist sicher auch ein Blick in die Kleingartenordnung oder ein Wort mit dem Vorstand der Anlage hilfreich.
Wichtig auch: Ist eine Steckdose in der Nähe des Pools? Denn der Sandfilter arbeitet elektrisch.

Was für einen Pool will ich haben?

Mit dieser Frage ist für viel Diskussionsstoff gesorgt. Die Auswahl an Gartenpools ist riesig. Es gibt das klassische runde Stahlwandbecken zum Aufstellen, auch in oval und rechteckig oder mit einer schicken Verkleidung. Immer mehr auf den Markt drängen aufblasbare Pools, die schon nach kurzer Zeit Badevergnügen bieten. Wer wenig Platz hat, aber nicht auf das kühle Nass verzichten möchte, der wird mit einem aufblasbaren Whirlpool für Erfrischung sorgen.

Was muss ich vorher tun, damit nachher alles stimmt?

Bei jedem Gartenpool wird zunächst der Untergrund vorbereitet. Der Boden muss begradigt, jedes noch so kleine Steinchen, jede noch so winzige Wurzel entfernt werden, denn der Druck des Wassers kann dazu führen, dass sich die kleinen Teilchen durch die Folie in den Pool bohren. Soll das Becken zu einer „Dauereinrichtung“ werden, kann man auch den Bau eines festen Untergrundes, zum Beispiel aus Holz oder Beton, in Betracht ziehen.

Bin ich bereit, mich um Reinigung und Pflege zu kümmern?

Ganz gleich, ob Stahlwandbecken, aufblasbarer Pool oder Whirlpool – eines brauchen sie alle: Pflege. Schon bei der Wahl des Standortes sollte man darauf achten, dass keine großen Bäume in der unmittelbaren Nähe sind, denn Laub ist einer der Feinde von klarem Wasser.

Natürlich gehört zu einem Schwimmbad auch eine Filteranlage. Aber trotzdem muss die Qualität des Wassers regelmäßig geprüft und gegebenenfalls mit Wasserpflegemitteln verbessert werden, um zu verhindern, dass auch dem kristallklaren Badeglück eine grüne Entenpfütze wird. Nach dem Sommer wird der Pool winterfest gemacht oder – wenn es sich um ein aufblasbares Becken handelt – abgebaut und eingelagert.

Stahlwandbecken – eine runde Sache

Das beliebteste Aufstellbecken ist das klassische runde Stahlwandbecken. Ab einem Durchmesser von 3,60 Metern ist es ab ca. 300 Euro mittlerweile in fast jedem Baumarkt erhältlich. Auch Wasserpflegemittel, Ersatzfolien, Abdeckfolien und Filteranlagen sind hier im Programm.
Wer allerdings mehr als nur planschen will, der sollte sich bei einem Poolhändler beraten lassen. Gerade im Zubehörbereich gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Deshalb sollte man sich bei der Planung Zeit lassen und sich genau informieren.

Pro:

  • günstiger Preis, viele Formen und Größen
  • erhältlich meist als Komplettset mit Sandfilter, Bodenplane, Abdeckplane, Handlauf und Schwimmbadleiter
  • viel Zubehör – von Unterwasserscheinwerfern bis zu Gegenstromanlagen und Solarheizungen
  • kann auch im Winter draußen bleiben

Contra:

  • etwas längere Aufbauzeit als bei aufblasbaren Modellen
  • Helfer erforderlich

Aufblasbare Pools – Luftiges Vergnügen

Schnell aufgebaut und preisgünstig sind Quick Pools. Hier wird nur die Wulst am oberen Rand aufgeblasen. Den Rest erledigt das Wasser beim Einfüllen, wenn sich der robuste Folienpool automatisch aufrichtet.

Pro:

  • günstiger Preis, je nach Größe unter 100 Euro
  • schnell aufgebaut von 1 Person

Contra:

  • muss im Winter abgebaut und eingelagert werden

Aufblasbarer Whirlpool – Badespaß auf kleinstem Raum

Wer keinen Platz für einen Gartenpool hat, aber trotzdem nicht auf das kühle Nass verzichten möchte, für den ist ein aufblasbarer runder oder eckiger Whirlpool eine Alternative. Dank einer eingebauten Heizung ist hier Badespaß sogar im Winter möglich.

Pro:

  • schnell aufgebaut
  • ganzjährig nutzbar durch eingebaute Heizung

Contra:

  • hoher Anschaffungspreis ab ca. 650 Euro
  • zusätzliche Stromkosten für Heizung

Pflege und Wartung von Gartenpools

Unverzichtbar: Filteranlagen

Um immer ungetrübtes Badevergnügen genießen zu können, kommt kein Besitzer eines Garten-pool um die richtige Reinigungstechnik herum.

Einbauskimmer oder Einhängeskimmer?

Ein Einbauskimmer wird bei Stahlwandbecken vom Hersteller an der richtigen Stelle des Pools vorgesehen. In diesem Bereich wird die Stahlwand vorgestanzt, so dass nach dem Aufbau eine einfache Montage möglich ist.

Eine Alternative sind Überhänge-Skimmer, die nicht in die Stahlwand eingebaut, sondern, wie der Name sagt, über den Beckenrand eingehängt werden. Diese Modelle eigenen sich für Stahlwandbecken, die im Winter abgebaut werden müssen, denn kaum ein Mensch schafft es, beim Aufbau im darauffolgenden Jahr den Ausschnitt in der Folie genau in den Ausschnitt in der Stahlwand zu fummeln. Aber auch für alle aufblasbaren Pools und Whirlpools, in die keine Öffnung für einen Ein-bauskimmer geschnitten werden darf, kommt ein Einhängeskimmer in Frage.

Sandfilter oder Kartuschenfilter?

Das Wasser im Pool wird je nach Beckengröße mindestens zweimal am Tag komplett umgewälzt. Dabei stellt sich rasch die Frage: Sandfilter oder Kartuschenfilter? Sandfilter sind bei Komplettsets meist mit dabei und auf die Beckengröße abgestimmt. Wer sich seinen Gartenpool selbst zusammenstellt, der sollte überlegen, von vornherein einen größeren Sandfilter zu wählen, denn dadurch werden im Endeffekt Strom- und Reinigungskosten gespart.

Bei einem Sandfilter erfolgt die Reinigung durch Quarzsand, der in der Regel erst nach ein bis zwei Jahren ausgetauscht werden muss. Alternativ gibt es Filterbälle aus Polyethylen, die nach der Badesaison einfach in der Maschine gewaschen und immer wieder verwendet werden können.

Pro:

  • wird mit groben Verschmutzungen leicht fertig
  • einfache Reinigung durch Rückspülen
  • Quarzsand nur alle 1 bis 2 Jahre austauschen bzw. günstige Filterbälle verwenden
  • Poolsauger kann direkt angeschlossen werden

Contra:

  • etwas höherer Anschaffungspreis
  • Stromkosten

Anders arbeiten Kartuschenfilter, bei denen der Dreck in einer Papierkartusche zurückgehalten wird. Bei grobem Schmutz, Blättern, Insekten oder Pollen kann diese schnell voll sein und muss öfters gereinigt oder ausgetauscht werden.

Pro:

  • günstiger Anschaffungspreis
  • Kartusche kann einfach mit dem Gartenschlauch gereinigt werden

Contra:

  • bei größeren Verunreinigungen öfter Kartuschenwechsel bzw. -neukauf nötig, dadurch höhere Kosten
  • Stromkosten
„Kartuschenfilter für Whirlpools sollten je nach Nutzung aller 2-4 Wochen einer intensiven chemischen Reinigung unterzogen werden. Voraussetzung ist, dass die Filter aus hochwertigem Reemay-Vlies gefertigt sind und keine Papierfilter oder Einweg-Microfilter genutzt werden.“ sagt Sebastian Haak von poolfeeling.de

„Konstuktionsbedingt gibt es im Kern des jeden Filters Stellen wo die Strömung sehr gering ist. Dort bilden sich recht früh Bakterienherde, die durch weitere Ablagerungen wie Fette beste Bedingungen für ein Wachstum vorfinden. Um diese Bakterien und die Rückstände von Fetten, Ölen und Hautpartikeln komplett entfernen zu können, sollte man unbedingt professionelle Filterreiniger verwenden. Ein normales abspülen des Lamellenfilters reicht da nicht. Dabei ist es egal, ob es ein flüssiger Reiniger oder ein im Wasser zu lösendes Pulver ist.“ so Haak.

„Die Reinigung selbst ist sehr einfach. Den Filter ausbauen und den groben Schmutz abspülen. Einen Behälter mit genügend Wasser füllen, damit der Kartuschenfilter vollständig mit Wasser bedeckt ist. Die auf dem Reiniger angegebene Menge zugeben und das Mittel einwirken lassen. Die Mindesteinwirkzeit sollte bei 12 Stunden liegen. Danach den Filter unbedingt nochmal abspülen und wieder einbauen.“

Einen Tipp hat der Profi noch: „Durch die lange Einwirkzeit lohnt es sich oft 2 Sätze von Whirlpoolfiltern parat zu haben. Damit kann immer im Wechsel gereinigt werden ohne dass man die Nutzung des Whirlpools unterbrechen muss. Bei starker Verschmutzung kann die Reinigungszeit erhöht werden. Mit ordentlicher Pflege gibt man Bakterien keine Chance und die Filter halten auch bis zu 2 Jahre.“

Kleine Helfer

Neben Skimmer und Filteranlage bedarf auch das Innere des Pools einer regelmäßigen Reinigung. Bürsten, Schwämme, Absauger, Kescher – für jeden Bedarf und jedes Becken gibt es die richtigen Reinigungshelfer. Wie immer, entscheiden auch hier die persönlichen Vorlieben, mit welchem Gerät geputzt werden soll.

Clevere Poolbesitzer reinigen allerdings nur selten selbst. Die regelmäßigen Arbeiten lassen sie von einem Poolsauger erledigen. Schon ab 75 Euro kann man dem kleinen Helfer bei der Arbeit im Wasser zusehen. Poolsauger sind für alle Gartenpools geeignet und sorgen durch ihren direkten Anschluss an den Sandfilter für einen sauberen Boden.

Fazit

Wer sich für einen Gartenpool entscheidet, kann jeden Tag einen kleinen Urlaub im eigenen Garten genießen. Welche Art von Pool es sein soll, hängt vom persönlichen Geschmack, den äußeren Bedingungen und nicht zuletzt von den finanziellen Mitteln ab. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Gartenpool immer etwas Arbeit machen wird, ganz egal, für welche pflegeleichte Ausstattung man sich entscheidet. Aber wenn man an einem heißen Sommertag in das kühle Nass eintaucht, dann ist das alles schnell vergessen und es gibt nur noch eins: Badespaß pur im eigenen Garten! Ohne Eintrittsgeld.

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N.H.

Der Author ist seit 1998 aktiver Internet-User und seit 2000 Inhaber der SANOBA Internet Agentur. Auf diesem Portal werden immer 3 Sichtweisen auf ein Thema dargestellt und auch sie können Teil davon werden.